Hallo ihr Lieben,

jetzt haben wir es tatsächlich geschafft und 40 Tage auf Zucker verzichtet. Uns ging es dabei einmal gut und ein anderes mal ziemlich schlecht, dann hatten wir Heißhunger oder gar keinen Appetit mehr. Alles in allem finde ich sind wir aber leistungsfähiger und ein Stück zäher geworden.

Was ist eigentlich in unserem Körper passiert? Warum sind all die Dinge mit uns geschehen?

Ich habe während des „Projekt: Zuckerfrei“ sehr oft den Satz gehört: „Aber du musst doch Zucker essen!“. Wenn diese These stimmen würde, wären bereits die Urmenschen gestorben und uns gäbe es gar nicht. Auch einige Naturvölker wären komplett ausgerottet. Und wie es zu erwarten war, bemerke ich keinerlei Mangelerscheinungen und tot bin ich auch nicht.

Doch wofür benötigt der Körper den Zucker?

Zunächst müssen wir dafür klären, um welchen „Zucker“ es sich handelt. So besteht Zucker (Saccharose) zur Hälfte aus Glucose und zur anderen Hälfte aus Fruktose.

Glucose
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Getreide besteht zu einem großen Teil aus Glucose.

Glucose in ihrer Reinform wird auch als Stärke bezeichnet. Sie liefert „leere Kalorien“, entweder werden diese in unseren Fettzellen eingelagert, oder eben in den Muskeln verbrannt. Dies geschieht, da der Verzehr von Glucose den Glucosespiegel im Blut ansteigen lässt und somit die Insulinausschüttung angeregt wird. Durch diesen Fakt wird die Energieeinlagerung in den Fettzellen gefördert. Weitere Anteile an Glucose werden entweder durch die Leber in Glykogen umgewandelt (dies schadet der Leber nicht, hält sie sogar davon ab Glykogen in den Blutkreislauf abzugeben –> so kann Diabetes vorgebeugt werden) . Die geringste Menge wird von den Lebermitochondrien in Energie umgewandelt. Sollte noch überschüssige Glucose im Blutkreislauf vorhanden sein, wird diese zu Triglyzeriden umgebaut, allerdings kann ein hoher Triglyzerinspiegel im Blut die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützen. Außerdem ist es möglich, dass sich die Glucose an Proteine überall im Körper bindet, der Alterungsprozess wird somit beschleunigt und freie Radikale freigesetzt (dies kann zu weiteren Gewebeschäden führen).

Der Körper benötigt die Glucose somit lediglich zu einem ganz geringen Teil zur Energiegewinnung, der Rest wird als „Polster für schlechte Zeiten“ eingelagert. Ein Glucoseverzicht ist somit nicht tödlich, aber was ist mit dem anderen Bestandteil des Zuckers?

Fructose
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Die wohl bekanntesten Fructoselieferanten.

Das Fructosemolekül ist dafür verantwortlich, dass unser Zucker süß schmeckt. Allerdings wird diese nicht wie Glucose verstoffwechselt, sondern folgt ihrem eigenen Raster. So muss die Leber den Stoffwechsel der Fructose allein stemmen. Hierfür wird die dreifache Energie benötigt, welche die Leber ihren Zellen entzieht. Es kommt zur Harnsäureentstehung. Außerdem wird die Fructose nicht zu Glykogen umgewandelt, dies bewirkt, dass die Mitochondrien überfordert werden.

Da in der Leber das Insulin nicht wirkt, steigt der Blutzuckerwert an und die Bauchspeicheldrüse muss zusätzliches Insulin bereit stellen, dieses blockiert wiederum die „Satt-Signale“ und wir essen mehr. Die Folgen sind vielfältig, so kann ein zu hoher Insulinspiegel Krebsgeschwüre fördern, zum Zusammenbruch der natürlichen Darmbarriere beitragen und unter Umständen auch zu Demenz führen. Feststeht allerdings, dass wir durch das ausbleibende „Satt-Signal“ und die daraus resultierende mehr aufgenommene Kalorienmenge unsere Fettzellen füllen. Aber nicht zuerst das rein unästhetische Unterhautfettgewebe, sondern wir füllen unsere Bauchfettdepots, welche im direkten Zusammenhang mit Stoffwechselkrankheiten stehen.

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Weniger Zucker im Müsli?- Lasst euch nicht täuschen, auch hinter den Bezeichnungen Oligofruktose und Glucose-Fructose-Sirup steckt Zucker, selbst Honig ist reiner zugesetzter Zucker.

Es ist somit kein Wunder, dass ein schlank aussehender Mensch, welcher keinen Alkohol trinkt, aber jeden Tag Junkfood und andere zuckerhaltige Lebensmittel zu sich nimmt, bereits früh eine Fettleber bekommt. Und mit anderen Stoffwechselkrankheiten, wie Bluthochdruck, Diabetis, etc. belastet ist.

Jetzt stelle ich euch die Frage: "Brauchen wir das Zeug wirklich?"
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Liest sich wie die Zutatenliste eines Experiments in Chemie. Selbstverständlich darf auch in der Würzkomposition Zucker nicht fehlen! Brauchen wir solche Produkte wirklich?!

Von dem einen oder anderen wird jetzt die Anmerkung kommen, aber was ist mit Obst? Obst besteht doch fast nur aus Fructose. Und diese Anmerkung ist auch absolut berechtigt und richtig, allerdings enthält Obst noch ein sehr wertvolles Kohlenhydrat, welches die Auswirkungen der Fructose soweit mindert, dass sie im Obst unbedenklich ist. Bei diesem Kohlenhydrat handelt es sich um die Ballasstoffe. In ihren zwei Formen im Obst vorkommend, bilden sie ein Gitter, dass die Verstoffwechselung der Fructose verlangsamt und somit der Leber ausreichend Zeit gibt, um diese ordentlich abzubauen. Das funktioniert aber nur bei ganzen Obst, sowohl das „Obst“ in Säften, als auch in Smoothies verliert durch das Zerkleinern diese Wirkung.

Da ich aber sowieso mein Obst lieber selbst kaue, war somit diese Ausnahme für mich nicht schädlich. Also kann man sagen, der Körper benötigt Zucker überhaupt nicht. Er mag ihn allerdings sehr gerne, da er dem Gehirn schnell Energie liefert und den Serotinspiegel anhebt. Serotin ist quasi das Glückshormon des Körpers (ein niedriger Serotinspiegel im Gehirn löst klinische Depressionen aus). Durch den Verzehr von Zucker wird der Serotinspiegel angehoben, fällt allerdings nach kurzer Zeit wieder ab und man benötigt immer mehr Zucker um diesen erneut anzuheben. Es liegt somit auf der Hand, warum Zucker so eine süchtig machende Wirkung auf uns hat.

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Zwei verschiedene zugesetzte Zuckerarten im Schinken – achtet unbedingt darauf was ihr kauft!

Wir brauchen den Zucker quasi nicht aber wir wollen ihn unbedingt. Und genau an dieser Stelle liegt unser Problem und der Große Nutzen, den die Nahrungsmittelindustrie aus uns zieht. In fast jedem Produkt, welches man käuflich erwerben kann steckt in irgendeiner Form zugesetzter Zucker, um uns abhängig zu machen und uns zum Kaufen zu bewegen. Bitte achtet daher beim Einkaufen darauf so wenig verarbeitete Produkte wie möglich zu kaufen, es muss kein zugesetzter Zucker im Senf sein, dass dieser einen guten Geschmack bekommt, auch ist das Glucose-Fructose-Sirup in unserer Wurst absolut unnötig. Daher meine Bitte an euch, um die Industrie zum Umdenken zu bewegen, hilft es nur, wenn wir alle zusammen halten und einfach solche Produkte nicht mehr kaufen. Ich will euch jetzt nicht euren Eisbecher in der Sonne oder euer Stück Schokolade am Abend verbieten, aber ich möchte euch dafür sensibilisieren nicht jeden „Scheiß“ zu kaufen und Zucker nur bewusst zu konsumieren. Wenn ihr diese Punkte beachtet, helft ihr nicht nur der Gesellschaft, sondern vorallem euch selbst.

Als kleiner Ansporn vielleicht noch ein Fakt, der meine momentane Leistungsfähigkeit erklärt, denn durch die Senkung des Insulinwertes, wird weniger Energie in den Fettzellen gespeichert, was zu einem besseren und schnellerem Sättigungsgefühl führt und den Appetit zügelt, außerdem ist dadurch mehr Energie für die Muskeln verfügbar, was eben die Leistungsfähigkeit steigert, die Stoffwechselgesundheit erhöht und die Lebensqualität verbessert.

Wie geht es nun weiter?

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Der Genuss solcher kleiner Köstlichkeiten ist auf keinen Fall verboten, solange er bewusst und nicht täglich geschieht.

Ich werde weiterhin, wo es nur geht auf Zucker und vor allem auf Zuckerzusätze verzichten. Einen kompletten und dauerhaften Verzicht wird es aber nicht geben, mein Kompromiss für mich liegt darin, dass jegliche Form von Zucker zwar genossen werden darf, aber nur ganz bewusst und in Produkten, in denen er wirklich unvermeidbar ist. Ansonsten werde ich auch weiterhin versuchen mich, so gut es eben geht, zuckerfrei zu ernähren.

Ich hoffe ich habe euch mit meinem Text nicht zu sehr überfordert, aber dieses Thema liegt mir einfach extrem am Herzen. Alle Informationen aus diesem Text habe ich dem Buch „Die bittere Wahrheit über Zucker“ von Dr. Robert H. Lustig entnommen. Falls euch zu diesem Thema noch etwas interessieren sollte, oder ihr weitere Anregungen habt, dann schreibt mir doch gerne, ich bin für alles offen!

Aber jetzt werde ich ganz bewusst ein Eis genießen und mich freuen, dass ich einen Schritt aus der Zuckersucht gemacht habe. 😉

Habt noch eine schöne restliche Osterzeit.

Bis bald .

Eure Nisi Blume

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